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Essen retten aus Containern - ÖDP unterstützt Appell an Ampel-Koalition

Gemeinsame Forderung für Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung

Karotten, Walnüsse, Himbeeren, Gemüse und Früchte

Foto: dbreen/Pixabay

Die ÖDP erklärt sich solidarisch mit der Aktion „Essen retten – Leben retten“, die am Dienstag, den 21.12.2021 in mehreren Städten als Teil des „Aufstands der Letzten Generation“ durchgeführt wird. „Wenn Konzernketten genießbare Lebensmittel vernichten, vernichten sie auch das Klima. Wer diese Lebensmittel rettet, darf nicht länger kriminalisiert werden,“ so Charlotte Schmid aus dem Bundesvorstand der ÖDP. Von Supermärkten weggeworfene Lebensmittel aus der Tonne zu holen, also gutes Essen vor Vernichtung zu retten, ist in Deutschland ein Straftatbestand. Auf diesen doppelten Skandal, nämlich Lebensmittelverschwendung und Kriminalisierung des „Containerns“, will in Nürnberg eine symbolische Aktion zivilen Ungehorsams aufmerksam machen.

Pater Dr. Jörg Alt wird dabei aus den Abfallbehältern Nürnberger Supermärkte containerte und so gerettete Lebensmittel auf offener Straße an Passanten verteilen. Den strafrechtlichen Vorwurf des vorsätzlichen Diebstahls - Diebstahl aus dem Müll! – nimmt er bei dem Protest bewusst in Kauf. Er erinnert dabei auch an alle, die in Deutschland aus Armut zum Containern gezwungen sind, weil sie sich sonst nicht oder nur schwer ernähren könnten.

Wir stehen solidarisch hinter Pater Dr. Jörg Alt, denn Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu retten ist nicht falsch. Vielmehr sind Gesetze, die genau das verbieten, falsch. Sich dem entgegenzustellen, ist der einzig vernünftige Weg.

In Deutschland landen jährlich zwischen 12 und 18 Millionen Tonnen an Lebensmitteln im Müll, während gleichzeitig fast 800 Millionen Menschen weltweit hungern. Der sinnlose Einsatz von Boden, Energie, Wasser und anderen Rohstoffen, die verschwendet werden, um Lebensmittel zu produzieren, die dann im Müll landen, heizt den Klimawandel weiter an, trägt zum Artensterben bei sowie zur Übernutzung und Verschmutzung natürlicher Ressourcen.

Wir fordern deshalb, dass die Regierung sofort ihre Absichtserklärung auf Seite 45 des Koalitionsvertrags umsetzt, gegen die Lebensmittelverschwendung vorgeht und große Supermärkte dazu verpflichtet, noch genießbares Essen zu spenden. Dass das keinesfalls utopisch ist, sondern gut funktioniert, zeigt Frankreich vorbildhaft, denn dort gibt es bereits seit 2016 ein solches Essen-Retten-Gesetz.

Im nächsten Schritt fordern wir von unserer neuen Regierung, eine echte Agrarwende einzuleiten und bis 2030 umzusetzen, um grundsätzlich die Ernährung auch künftig sicherzustellen sowie den aufgezählten Problemen nachhaltig entgegenzuwirken.

Wir können nicht weiter hinnehmen, dass Menschen sich gezwungen sehen, Lebensmittel aus dem Müll zu retten und sich dadurch strafbar zu machen. Lebensmittelrettung kann und muss einfacher werden!

Karotten, Walnüsse, Himbeeren, Gemüse und Früchte

Foto: dbreen/Pixabay

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