Falsche Verknüpfungen

Nach 25 Jahren(!) hat wieder eine Weltbevölkerungskonferenz stattgefunden. Beim ersten Treffen vor einem Vierteljahrhundert in Kairo gab es nicht nur Streit, sondern auch den Beschluss, das Bevölkerungswachstum weltweit zu begrenzen. Die hilfreichen Methoden waren damals schon bekannt: Bildung für Mädchen, Zugang zu Verhütungsmitteln, Gesundheitsvorsorge für Mütter und Kinder, Aufbau eines Altersversorgungssystems, damit die tief verankerte Erfahrungstradition „nur viele Kinder können die Eltern im Alter absichern“ seine Gültigkeit verliert.

Seit Kairo ist kaum etwas erreicht worden – darüber war man sich jetzt in Nairobi einig. Leider hat es bei der Konferenz wieder die falsche Verknüpfung von einem „Recht auf Familienplanung und Bildung“ mit dem „Recht auf freie Abtreibung“ gegeben. Es ist unbestritten, dass dort, wo keine Familienplanung möglich oder erlaubt ist, die fürchterlichsten Abtreibungsmethoden praktiziert werden. Der Ausweg ist aber nicht die Akzeptanz der Tötung von ungeborenen Kindern als Arztleistung; der Ausweg ist der entschiedene Einsatz für Aufklärung, humane Verhütung und soziale Sicherung.

Dass Kirchenoberhäupter die Augen vor der bedrohlichen Realität schließen, beschämt mich als Kirchenmitglied besonders. So sehr man das Elend der Abtreibung nicht billigen darf, so sehr muss man für eine humane Familienplanung eintreten. 


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